Behandlung

  • Behandlungsdauer
  • Behandlungsziele
  • Diagnostik
  • Die Therapie
  • Hausbesuche
  • Heidelberger Elterntraining
  • Informationsveranstaltungen
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit
  • Ablauf einer logopädischen Therapie

    Die Informationen aus dem Anamnesegespräch und die Untersuchungsergebnisse der Befunderhebung bilden ebenso die Grundlage für das Erstellen eines individuellen störungsspezifischen Behandlungsplans, die Bestimmung der Therapieziele sowie die Auswahl der geeigneten Behandlungsmethoden. Eine logopädische Behandlung erfolgt stets zielgerichtet, strukturiert und individuell angepasst und ist am normalen Entwicklungsverlauf bzw. an den physiologischen Sprach-, Sprech- und Stimmfunktionen orientiert.

    Der Weg entsteht im Gehen wie durch ein Wunder.” (Reinhold Schneider)

    Im Verlauf einer logopädischen Behandlung werden je nach Grunderkrankung bzw. Störungsprofil spezifische Übungen zur Verbesserung der individuell beeinträchtigten Sprachfähigkeiten angeboten. Bei Bedarf werden auch spezielle Techniken (z.B. Sprechtechnik, Atemtechnik, Schlucktechnik) zur Überwindung der Störung vermittelt und deren Anwendung trainiert. Die Übungen sind stets hierarchisch aufeinander aufgebaut und führen den Patienten so kleinschrittig wie nötig von leichten zu immer schwerer zu bewältigenden Anforderungen und Inhalten, bis das erwünschte Therapieziel erreicht ist. Sollten im Übungsverlauf Schwierigkeiten auftreten, stehen dem Therapeuten verschiedenste Mittel zur Verfügung, die Übung zu variieren und den Patienten mit notwendigen Hilfestellungen bei der Bewältigung der gestellten Aufgabe zu unterstützen.

    In der Regel sind Eltern und Angehörige während der Behandlung nicht anwesend. Dies hat erfahrungsgemäß den Vorteil, dass sich der Patient besser auf die Therapeutin und deren Übungsangebote einlassen kann. Es ist für den Patienten nicht notwendig, Unsicherheiten zu überspielen oder sein Können zu beweisen. Dadurch treten sprachliche Schwierigkeiten sozusagen ungeschönt zu Tage und können leichter bearbeitet werden. Das Ausprobieren neuer Techniken und das Bearbeiten auch schwieriger Aufgabenstellungen werden gelassener angegangen und nicht zuletzt wird eine Korrektur durch die Therapeutin vom Patienten leichter angenommen.

    Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen Patienten und Angehörigen, insbesondere auch mit den Eltern unserer kleinen Patienten liegt uns jedoch besonders am Herzen. Es ist uns sehr wichtig, dass Eltern und Angehörige, obwohl sie meist nicht während der Behandlung anwesend sind, stets über die Vorgänge in der Therapie informiert sind, damit sie die Entwicklung Ihres Kindes bzw. die sprachlichen Fortschritte eines Angehörigen auch zuhause im Alltag positiv begleiten zu können. Darum beinhaltet jede Therapie – meist zu Stundenbeginn oder Stundenende – regelmäßige Gespräche über die Therapieinhalte, den Behandlungsverlauf und den bisher erreichten und noch zu erwartenden Therapieerfolg sowie eine fortlaufende Beratung im Umgang mit der Störung. Dabei haben wir auch immer ein offenes Ohr und nehmen uns ausreichend Zeit für Ihre Fragen, Probleme und Wünsche. Bei Bedarf nehmen wir uns auch eine ganze Stunde Zeit für ein ausführliches Gespräch.

    Es kommt auch vor, dass wir Eltern oder Angehörige bitten, bei bestimmten Übungen oder auch einmal während der ganzen Therapiestunde anwesend zu sein, um Ihnen eine spezielle Übungsdurchführung konkret zeigen zu können oder damit sie das Verhalten der Therapeutin im Umgang mit der Sprachstörung beobachten können und dadurch Anregungen für ihr eigenes Verhalten erhalten.

    Im Rahmen einer Therapiestunde können in der Kürze der Zeit häufig “nur” Anreize und Impulse zum Auslösen einer neuen Entwicklung, Auflösen einer (Entwicklungs-)Blockade oder Verändern von Verhaltensmustern gegeben werden. Daher erhalten alle Patienten, Angehörige oder Eltern von uns von Stunde zu Stunde immer eine gezielte Anleitung zum selbständigen Üben zuhause. Nur durch regelmäßige Übungen zuhause können neu erlernte Fähigkeiten oder Verhaltensmuster gefestigt und in den Alltag übertragen werden.

    In Einzelfällen ist auch die Verordnung von Hilfsmitteln, z.B. elektronischen Kommunikationsgeräten, möglich. In diesem Fall beinhaltet die logopädische Behandlung auch die individuelle Anpassung des Gerätes sowie das Gebrauchstraining für Patienten und deren Angehörige.

    Bei Fragen zur Einschulung oder Wiedereingliederung in den Beruf werden unsererseits auf Anfrage auch logopädische Gutachten erstellt.