Behandlung

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    Aktuelle Elternkurse

    Elterntraining I: jeweils Montagabend von 19:00 bis 21:00 Uhr am 20.10.14, 03.11.14, 17.11.14, 01.12.14, 15.12.14, 12.01.15, 26.01.14

    Elterntraining II: jeweils Dienstagvormittag von 09:30 bis 11:30 Uhr am 21.10.14, 04.11.14, 18.11.14, 02.12.14, 16.12.14, 13.01.14, 27.01.14

    Anmeldung bis spätestens 10.10.2014

    Kleine Kinder, die mit zwei Jahren (U7) noch nicht oder nur sehr wenig sprechen, gehören zur Gruppe der so genannten „late talker“ (späte Sprecher). 10 % aller Zweijährigen (!) eines Jahrgangs weisen eine solche Sprachentwicklungsstörung auf. Sie äußert sich darin, dass das Kind weniger als 50 Wörter aktiv verwendet und Zweiwortkombinationen (fast) vollständig ausbleiben. Manche Kinder verwenden statt Sprache Gesten, viele zeigen einfach nur auf die Gegenstände, die sie haben wollen. Häufig sind die Kinder aufgrund der mangelnden Möglichkeit sich verständlich zu machen aggressiv und trotzig oder sie ziehen sich zurück und haben eine extrem enge Bindung zu ihren Bezugspersonen. Oft
    kommt es in der Familie oder in der Krabbelgruppe deshalb zu Unstimmigkeiten; die Kinder finden keine Freunde und brauchen ständige Betreuung.

    Viele Eltern machen sich bei einer solchen Verzögerung der Sprachentwicklung ihrer Kinder große Sorgen – und das zu Recht. Denn wissenschaftliche Studien belegen, dass 2/3 (!) aller Kinder, die mit 24 Monaten weniger als 50 Wörter aktiv gebrauchen und keine bzw. kaum Zweiwortäußerungen verwenden, später eine Sprachauffälligkeit oder eine behandlungsbedürftige Sprachentwicklungsstörung aufweisen.
    Ungefähr die Hälfte dieser sprachentwicklungsgestörten Kinder hat im Schulalter mit einem erschwerten Schriftspracherwerb, einige davon sogar mit einer Lese-Rechtschreibschwäche zu kämpfen. (Weiterführende Informationen dazu finden Sie auch in dem neu erschienenen Ratgeber „Late Talker“ des Schulz-Kirchner Verlags.)

    Konsultieren Eltern wegen des stark verspäteten Sprechbeginns ihren Kinderarzt, werden sie häufig damit vertröstet, dass „sich das noch auswachse“ und die Kinder eben erst später zu sprechen anfangen. Unglücklicherweise haben die Ärzte mit dieser Aussage sogar teilweise Recht. Denn aufgrund der Hirnreifung beginnt fast jedes Kind mit etwa drei bis vier Jahren zu sprechen. Damit weist es jedoch einen Sprachentwicklungsrückstand von gut 2 Jahren (!) im Vergleich zu Gleichaltrigen auf, die gemäß der normalen Sprachentwicklung mit 12 bis 15 Monaten anfangen zu sprechen.  Nun lernt das Kind mit dem verspäteten Sprechbeginn aber nicht schneller sprechen als jedes andere Kind.
    Denn die Sprachentwicklung braucht ihre Zeit und muss bestimmte aufeinanderfolgende Entwicklungsphasen durchlaufen. Gleichzeitig hat es den regulären Einstieg in die Sprachlernprozesse verpasst. Dadurch kann es viele sprachliche Entwicklungsschritte nicht so vollziehen wie im ungestörten Spracherwerb. Stattdessen verwendet das Kind weniger effektive und weniger ökonomische Ersatzstrategien, die den Spracherwerb zusätzlich noch mühevoller, langsamer und fehlerbehafteter machen. Obwohl diese Zusammenhänge und Auswirkungen einer frühen Sprachentwicklungsstörung seit längerem wissenschaftlich belegt und bekannt sind, wird eine logopädische Behandlung für
    das Kind nur in seltenen Fällen in diesem jungen Alter von den Kinderärzten verordnet.

    Um diese Kinder trotzdem schon früh sprachlich zu fördern, wurde das so genannte Heidelberger Elterntraining zur frühen Sprachförderung speziell für Eltern von zwei– bis vierjährigen Kindern mit verzögertem Spracherwerb entwickelt. In Kleingruppen lernen die Eltern Möglichkeiten kennen, um ihrem Kind den Einstieg in den Spracherwerbsprozess zu erleichtern. Sie erfahren, wie sie ihr Kind im alltäglichen Umgang sprachlich anregen und wie sie bestimmte Situationen, z.B. das Anschauen von Bilderbüchern gezielt sprachförderlicher gestalten können. Die Wirksamkeit dieses Elterntrainings wurde im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie nachgewiesen. Eine solche Frühintervention kann den weiteren Verlauf der Sprachentwicklung deutlich günstig beeinflussen. Zudem werden die Eltern mit den Sorgen um Ihr Kind nicht allein gelassen, sondern können die Entwicklung Ihres Kindes aktiv
    positiv beeinflussen. Sollte diese Maßnahme alleine nicht ausreichen, kann zu einem späteren Zeitpunkt auf ärztliche Veranlassung hin eine logopädische Behandlung erfolgen.

    Auch viele Kinder mit einer allgemeinen Entwicklungsstörung weisen neben einer verlangsamten motorischen und/oder kognitiven Entwicklung auch Defizite in den kommunikativen Fähigkeiten auf. Sie haben Schwierigkeiten im Verstehen von Sprache und verfügen teilweise bis weit über das zweite Lebensjahr hinaus nur über einen sehr geringen aktiven Wortschatz. Dies kann es den Bezugspersonen erschweren die Kommunikationssignale des Kindes zu deuten und adäquat auf dessen Bedürfnisse zu reagieren. Auch für diese Eltern bietet das Heidelberger Elterntraining in einer adaptierten Form Möglichkeiten zur gezielten Anregung der Sprachentwicklung an.

    Als zertifizierte Fachkraft biete ich daher das Heidelberger Elterntraining in meiner Praxis an. Das Training findet im ein– bis zweiwöchigen Abstand in einer Kleingruppe von 5 bis 10 Personen ohne Kinder statt und besteht aus 7 Sitzungen à 2 Stunden. Nach einem halben Jahr findet ein Nachschulungstermin statt.

    Als Schwerpunkte werden folgende Inhalte erarbeitet:

    Bei Kindern mit allgemeiner Entwicklungsstörung wird zusätzlich noch der Einsatz von kommunikationsunterstützenden Gebärden (GuK) erarbeitet.

    Zu jeder Trainingseinheit erhalten die Eltern ausführliches schriftliches Begleitmaterial.

    Die Gesamtkosten pro Familie für beide Eltern betragen 350.- € (20.- € pro Stunde, sowie 10.- € für das Begleitmaterial). Die Kosten müssen zurzeit leider noch privat von den Eltern getragen werden, können aber im Einzelfall auf Antrag von der Krankenkasse übernommen werden. Ich unterstütze die Eltern gerne auch bei der Antragstellung mit kostenlosem Informationsmaterial und einem Antrag auf Kostenübernahme für die Krankenkasse.

    Weiter Informationen finden Sie auch im Internet unter http://www.heidelberger-elterntraining.eu oder im Informationsflyer „Heidelberger Elterntraining zur frühen Sprachförderung bei Kindern mit verzögerter Sprachentwicklung“.