Unsere Ratgeber

  • 14 Tipps zur Sprachförderung
  • Material und Spiele zur Sprachförderung
  • Ratgeber AVWS für Eltern und Lehrer
  • Richtiger Umgang mit Aphasie und Dysarthrie
  • Richtiger Umgang mit Legasthenie/LRS
  • Richtiger Umgang mit Stottern
  • Sprachförderung bei Hörgeschädigten
  • Sprachförderung bei Mehrsprachigkeit
  • Stimmhygiene für Erwachsene
  • Stimmhygiene für Kinder
  • Tipps: Bücher für Eltern, Betroffene und Angehörige
  • Tipps: Bücher für Lehrer und Erzieher
  • Tipps: Ratgeberreihe vom Schulz-Kirchner Verlag
  • Der richtige Umgang mit LRS

    Bis eine Lese-Rechtschreib-Störung oder -Schwäche erkannt wird, vergeht oft viel Zeit. Bis dahin ist die Situation zuhause häufig stark angespannt, nicht selten ist der Familienfrieden aus den Fugen geraten. Besonders die Hausaufgabensituation ist ausgesprochen konfliktbeladen. Das Erledigen der Hausaufgaben dauert oft extrem lange. Ihr Kind weiß nicht, was es auf hat, will die Hausaufgaben nicht machen, hat seine Arbeitssachen nicht beisammen, zappelt herum, muss auf Toilette, gibt sich keine Mühe usw. Bei den kleinsten Schwierigkeiten oder Hinweisen auf Fehler reagiert ihr Kind äußerst empfindlich. Es gibt schnell auf, beginnt zu weinen, zeigt Trotz, Verweigerung oder Wutausbrüche. Sie selbst sind verzweifelt, genervt und hilflos. Die Situation eskaliert: ein gemeinsames Arbeiten ist nicht mehr oder kaum noch möglich.

    Sie als Eltern opfern täglich viel Zeit und Mühe, um Ihrem Kind bei den Hausaufgaben zu helfen. Und gerade weil Sie sich intensiv um Ihr Kind kümmern, fällt es Ihnen sicher oft schwer fortwährend Verständnis und Geduld aufzubringen, wenn Ihr Kind trotzdem kaum Fortschritte und immer wieder dieselben Fehler macht. Viele Eltern neigen dann dazu, noch intensiver mit den Kindern zu üben. Dadurch schmilzt die Freizeit, die das Kind dringend zur Erholung braucht, auf ein Minimum. Es kommt zu andauernder Überforderung des Kindes, Lernblockaden werden aufgebaut und trotz des Bemühens von allen Seiten bleiben Lernerfolge aus.

    Kinder mit einer Lese-Rechtschreibstörung bemühen sich genauso wie andere Kinder, lesen und schreiben zu lernen und es Eltern und Lehrern Recht zu machen. Doch je mehr sie sich bemühen, desto mehr Misserfolgserlebnisse erfahren sie. Dies führt zu mangelndem Selbstvertrauen, Demotivierung und Schulunlust, manchmal zu psychosomatischen Beschwerden oder sogar zu Schulangst. Ihr Kind empfindet die Hausaufgaben und das vielleicht zusätzliche tägliche Üben als Strafe für seine “Dummheit” und fühlt sich ungeliebt, weil es Sie enttäuscht und seine Leistungen trotz seiner großen Mühe nicht besser werden.

    Um diese oft angespannte Familienatmosphäre zu harmonisieren, sollten Sie besonders zwei wichtige Punkte beachten:

    Die gefühlsmäßige Unterstützung

    Die Gestaltung der Hausaufgabensituation

    Entfallen die Auseinandersetzungen bei der Erledigung der Hausaufgaben, führt dies in der Regel zu einer erheblichen Entspannung des Verhältnisses zwischen Ihnen und dem Kind. Es fühlt sich wieder akzeptiert und angenommen und in der entspannten Atmosphäre gelingt ihm auch eine erfolgreichere Erledigung seiner schulischen Aufgaben.

    Zusätzliches Üben

    Einerseits werden nur durch eine intensive Beschäftigung mit der Schriftsprache Routinen eingeschliffen und Lernfortschritte erzielt. Andererseits haben viele Kinder mit Lese-Rechtschreibstörung durch die ständigen Misserfolgserlebnisse eine solche Abneigung gegen das Lesen und Schreiben entwickelt, dass ihnen jeglicher Spaß im Umgang mit Schriftsprache verloren gegangen ist.

    Weiterführende Ratgeber

    Waldemar von Suchodoletz, “Lese-Rechtschreib-Störung (LRS) – Fragen und Antworten”, Verlag W. Kohlhammer, ISBN 978-3-17-019764-0

    Kristina C.M. Kamke, “Lese-Rechtschreibstörungen (LRS)”, Schulz Kirchner Verlag, ISBN 3-8248-0425-5