Unsere Ratgeber

  • 14 Tipps zur Sprachförderung
  • Material und Spiele zur Sprachförderung
  • Ratgeber AVWS für Eltern und Lehrer
  • Richtiger Umgang mit Aphasie und Dysarthrie
  • Richtiger Umgang mit Legasthenie/LRS
  • Richtiger Umgang mit Stottern
  • Sprachförderung bei Hörgeschädigten
  • Sprachförderung bei Mehrsprachigkeit
  • Stimmhygiene für Erwachsene
  • Stimmhygiene für Kinder
  • Tipps: Bücher für Eltern, Betroffene und Angehörige
  • Tipps: Bücher für Lehrer und Erzieher
  • Tipps: Ratgeberreihe vom Schulz-Kirchner Verlag
  • Material und Spiele zur Sprachförderung

    Um Ihrem Kind das Sprechen lernen zu erleichtern, brauchen Sie im Grunde keine speziellen “Sprachlernspiele”. Diese werden in letzter Zeit zwar verstärkt im Handel angeboten, ihr Nutzen aber ist teilweise fragwürdig. Die Gefahr ist groß, dass dabei das spontane lustvolle Spielen und Sprechen hinter dem Lernen und Üben zurücksteht. Die Kinder können dadurch vermehrt Sprech- und Leistungsdruck erleben, wodurch die Sprechfreude eher ab- als zunimmt. Herkömmliche Spielsachen wie Tiere, Bauklötze, Bauernhof, Eisenbahn, Puppenhaus, Kochgeschirr, Memory, Domino, Lotto, Puzzles, Bilderbücher oder alltägliche Gegenstände und Materialien wie Wasser, Schaum, Creme, Knöpfe, Schachteln, Töpfe, Löffel, Steine und Blätter – so vieles macht Kinder neugierig und bietet einen Anreiz zum Spielen und Sprechen. Wichtig dabei ist im Grunde nicht das Spielmaterial an sich, sondern dass jemand da ist, der sich auf die Ebene des Kindes begibt, seinen Interessen folgt, zum Kind spricht und zu dem es sprechen kann. Eltern, die mitspielen und dabei mit ihrem Kind reden, sind die eigentlichen “Sprachförderer”! Um Ihre Fantasie etwas zu beflügeln, haben wir im Folgenden einige Spiel- und Materialideen für Sie zusammengestellt, die sich unserer Erfahrung nach besonders gut eignen, um spielerisch und mit Spaß die Sprachentwicklung zu fördern.

    Rollenspiele und gemeinsames Handeln: Kaufladen, Doktor, Schule, Kasperletheater oder Puppenspiele – “so tun als ob” – solche Spiele funktionieren nur mittels Sprache und fördern besonders das Sprachverstehen. Außerdem erweitern sie Wortschatz und Grammatik. Gleiches gilt für gemeinsames Kochen, Backen, Einkaufen, Gartenarbeit etc. Lassen Sie Ihr Kind aktiv am Familienalltag teilhaben, übertragen Sie ihm “Verantwortung” und unterstützen Sie es dabei, kleine Handlungen oder Aufträge selbständig durchzuführen (z.B. Obst wiegen, Einkauf bezahlen, Bestellung sagen, Geschirr abwaschen). Kleine Kinder empfinden solche Aufgaben nicht als lästig oder langweilig; sie beflügeln im Gegenteil ihr Selbstwertgefühl und ihr Sprachvermögen!

    Bilderbücher: Schauen Sie gemeinsam Bilderbücher an und beschreiben sie zusammen die Abbildungen und Vorgänge mit einfachen Worten und kurzen Sätzen. Entwickeln Sie vielleicht ein Ratespiel daraus: “Ich sehe was, was du nicht siehst…” Lesen Sie Geschichten vor und sprechen Sie im Anschluss darüber. Stellen Sie dabei einen Bezug zu Ihrem Alltag oder zu eigenen Erlebnissen her.

    Hörspiele: Ein differenziertes Hörvermögen bietet die besten Voraussetzungen, Sprache aufzunehmen und zu verarbeiten. Man kann auf Alltagsgeräusche lauschen, sie selber machen und erraten. Singen, Reimen, Wörter zählen oder Silben klatschen. Wörter mit bestimmten Buchstaben am Anfang sammeln oder zwischen richtigen und falsch gesprochenen Wörtern unterscheiden. All diese Spiele fördern das genaue Hinhören und die phonologische Bewusstheit, also die Fähigkeit, sprachliche Einheiten zu analysieren. Diese gilt heute als grundlegende Voraussetzung für einen erfolgreichen Schriftspracherwerb.

    Mundgeschicklichkeitsspiele: Eine gute Mundmotorik kommt insbesondere einer deutlichen Aussprache und einem physiologischen Schlucken zugute. Seifenblasen, Windrad, Luftballon, Kerze, Watte pusten, mit dem Strohhalm trinken oder blubbern oder Papierschnipsel ansaugen, mit Lippen und Zunge turnen – Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!

    Handgeschicklichkeitsspiele: Eine gute Fingerfertigkeit und Sensibilität fördert die Feineinstellung der Muskulatur und kommt daher einer deutlichen Aussprache zugute. Schrauben, kneten, malen, stecken, fädeln, schneiden, falten, Formen und Figuren blind ertasten – beim gemeinsamen Basteln, Kochen oder Spielen bieten sich unendliche Möglichkeiten, sie zu entwickeln. Insbesondere bieten sich Reime und Fingerspiele an, da hier eine direkte Verbindung zwischen Sprechen und feinen Bewegungen hergestellt wird. Zudem wird Ihr Kind mit neuen Wörtern und Satzstrukturen vertraut und die Merkfähigkeit wird geschult.

    Spielideen “satt”: Haben Sie den Wunsch, sich eingehender mit der Entwicklung Ihres Kindes zu beschäftigen und wollen aus einem Fundus altersgerechter Spielideen für verschiedenste Entwicklungsbereiche schöpfen, finden Sie viele Informationen und Anregungen in folgenden Bücher:

    Spezifische Logopädische Fördermaterialien: Weitere spezielle Sprachlernspiele und logopädische Fördermaterialen für Kinder und Erwachsene finden Sie unter anderem bei:

    www.lingoplay.de
    LingoPlay Lernspiele, Postfach 250324, 50519 Köln

    www.trialogo.de
    Trialogo Verlag, Postfach 102117, 78421 Konstanz

    www.prolog-shop.de
    Prolog Therapie- und Lernmittel, Olpener Str. 124, 51103 Köln

    www.schubi.de
    Schubi Lernmedien GmbH, Postfach 3320, 38023 Braunschweig