Erwachsene

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  • Lese-Rechtschreibstörung - Legasthenie

    Unter Legasthenie versteht man eine spezielle Beeinträchtigung im Erlernen der Kulturtechniken des Lesens und Schreibens. Diese Lernstörung besteht trotz normaler Intelligenz und ausreichender schulischer Lernanregung und wird nicht durch körperliche, neurologische oder psychische Erkrankungen verursacht! Heute geht man davon aus, dass der Legasthenie keine einzelne Ursache zugrunde liegt, sondern verschiedene Faktoren in unterschiedlicher Gewichtung zusammenwirken und so bei jedem Betroffenen ein individuelles Störungsprofil entsteht. Neben Störungen der visuellen (das Sehen betreffend) und auditiven (das Hören betreffend) Wahrnehmung und Informationsverarbeitung spielen genetische Faktoren eine wesentliche Rolle bei der Ausprägung einer Lese-Rechtschreibstörung.

    Sie führt dazu, dass die Buchstaben-Laut-Zuordnung nur langsam und fehlerhaft gelernt wird, so dass es häufig zu Verwechslungen lautlich oder graphisch ähnlicher Buchstaben kommt, Buchstaben beim Lesen oder Schreiben ausgelassen, hinzugefügt oder ersetzt werden. Das Zusammenziehen von Einzellauten zu Wörtern wie auch das Buchstabieren bereiten teilweise große Schwierigkeiten, insbesondere bei längeren Wörtern. Sowohl beim Abschreiben, bei Diktaten als auch beim freien Schreiben kommt es zu einer übermäßig hohen Zahl von Rechtschreibfehlern. Das Lesetempo ist herabgesetzt und der Sinn des Gelesenen wird oft nur bruchstückhaft oder gar nicht erfasst. In einigen Fällen bleibt die Legasthenie während der gesamten Schulzeit und – teilweise aufgrund ausgefeilter Vermeide- und Kompensationsstrategien der Betroffenen – auch im späteren Berufs- und Privatleben von der Umwelt unbemerkt. Wenn ein Betroffener gar keine oder nur sehr geringe Lese- und Schreibkenntnisse erworben hat, spricht man im Erwachsenenalter auch von Analphabetismus.

    Eine logopädische Behandlung kann von allen Betroffenen auch noch im Erwachsenenalter in Anspruch genommen werden und ihnen ermöglichen, sich Grundkenntnisse im Lesen und Schreiben anzueignen bzw. ihre Lese- und Schreibfertigkeiten zu erweitern. Möglicherweise profitieren Legastheniker, die bereits im Kindes- oder Jugendalter eine logopädische oder anderweitige Behandlung erhalten haben, im Rahmen einer erneuten logopädischen Therapie von den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und neuen bzw. verbesserten Techniken zur Behandlung der Legasthenie.